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Ottersdorf

Rastatter Trinkwasser

Wasserwerk Rauental: Aufstieg in eine neue Liga

Grund zum Feiern hat es am 8. Juni 2018 im Wasserwerk Rauental gegeben: Nach fast fünfjähriger Zwangspause ging das Wasserwerk mit einer neuen hochwirksamen Filtertechnik ausgestattet wieder ans Netz. Jetzt ist auch die volle Redundanz der Trinkwasserversorgung – also die doppelte Anbindung für eine höhere Versorgungssicherheit – wiederhergestellt. „Die Aufgaben unseres Wasserwerks Rauental sind anspruchsvoller und komplexer als bisher", erklärte Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt, in seiner Begrüßungsrede. „Über acht Millionen Euro haben wir in den kompletten Umbau der Wasserversorgung investiert, um die hier im Grundwasser entdeckten perfluorierten Chemikalien (PFC) herausfiltern zu können", sagte er. Von der effizienten Filtertechnik mit Aktivkohle konnten sich die geladenen Gäste aus der Region bei der feierlichen Inbetriebnahme überzeugen – darunter auch der Mitglied des Landtags Thomas Hentschel, Dr. Jörg Peter und Wolfgang Hennegriff vom Landratsamt, Planer und Handwerker, Mitglieder des Aufsichtsrats und Vertreter benachbarter Gemeinden und Wasserversorger.

In seiner Begrüßungsrede betonte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch: „Ich bin fest davon überzeugt: Sauberes Trinkwasser wird neben dem Klimaschutz für uns alle zu einer der größten Herausforderungen der Menschheit. Die Stadt Rastatt stellt sich in ihrem Wirkungskreis dieser Aufgabe! Ich freue mich daher sehr, mit Ihnen allen heute die Einweihung des Wasserwerks Rauental feiern zu dürfen." Bei allem Schrecken über die PFC-Belastung in der Region sei die Einweihung „am Ende dann doch ein schöner, erfreulicher und beruhigender Anlass." Denn mit der Modernisierung und hoch effizienter PFC-Filtertechnik im Wasserwerk seien die Redundanz und die Versorgungssicherheit wieder hergestellt. „Hier in Rauental können wir nun ein einwandfreies sauberes und unbelastetes Trinkwasser in unser Leitungsnetz einspeisen", sagte der Oberbürgermeister und dankte Olaf Kaspryk für seinen unermüdlichen Einsatz.

Volle Versorgungssicherheit

Der Stadtwerke Rastatt-Geschäftsführer bemerkte, ihm falle ein Stein vom Herzen, dass die volle Redundanz der Rastatter Trinkwasserversorgung nun wieder gegeben sei. „Ich bin froh, dass wir jetzt unser gewohnt hohes Niveau der Versorgungssicherheit wieder erreicht haben", erklärte Olaf Kaspryk. Nach den PFC-Funden im Jahr 2013 wurde das Wasserwerk Rauental vorsorglich außer Betrieb genommen; das Wasserwerk Niederbühl dagegen musste damals geschlossen werden, da dort die PFC-Belastung im Grundwasser so hoch ist, dass eine Wiederinbetriebnahme selbst mit Filtertechnik bis heute undenkbar ist. Das bedeutete, dass für die Trinkwasserversorgung der Bürgerinnen und Bürger Rastatts allein das Wasserwerk Ottersdorf zur Verfügung stand. Im Notfall hätte Wasser über eine neu gebaute interkommunale Verbindungsleitung zwischen den Wasserwerken Rauental und Muggensturm der Stadtwerke Gaggenau geliefert werden können; sie ist eine von einem ganzen Bündel an Maßnahmen, das bereits umgesetzt worden ist, um die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser weiterhin zu gewährleisten. Olaf Kaspryk bedankte sich beim Gaggenauer Oberbürgermeister Christof Florus und den Vertretern der Stadtwerke Gaggenau für die Realisierung des gemeinsamen Projekts und die Nachbarschaftshilfe.

Wegweisende Technik im Kampf gegen PFC

Die Aufrüstung des Wasserwerks Rauental mit einer effizienten Filtertechnik ist wohl das zentralste Element im Kampf gegen PFC. Stadtwerke Rastatt-Geschäftsführer Olaf Kaspryk entsinnte sich: „Fast drei Jahre lang haben wir gemeinsam mit dem Technologiezentrum Wasser als unserem Entwicklungspartner recherchiert, getestet und geplant, was wir jetzt realisiert haben – eine Anlage, die über die Grenzen Rastatts hinaus Beachtung finden wird." In dem 340 Quadratmeter großen Neubau stehen vier riesige Aktivkohlefilter – jeder mit einem Durchmesser von drei und einer Höhe von sieben Metern. Die Aktivkohle übernimmt dabei den eigentlichen Filterprozess. Das kohlenstoffhaltige Material ist porös. Es hat eine große innere Oberfläche, an die sich Partikel anheften können. „Das nennt man Adsorptionskapazität. So werden Verunreinigungen wie PFC zuverlässig aus dem Brunnenwasser entfernt", erklärte Olaf Kaspryk. Ebenfalls speziell entwickelt wurde eine Vorrichtung, mit der das Filtermaterial automatisch abgesaugt und der Filter neu befüllt werden kann. Ab sofort können in den modernisierten Wasserfassungen in Rauental wieder bis zu 6.000 Kubik-meter Trinkwasser täglich gefördert werden.

Millioneninvestition für ein hohes Gut

Über acht Millionen Euro hat der kommunale Wasserversorger investiert, um das Wasserwerk mit dem notwendig gewordenen hohen technischen Standard aufzurüsten. Der laufende Betrieb der neuen Filteranlage kostet jährlich weitere rund 250.000 Euro. „Bei Wasser geht es um Leben. Als Unternehmen der Daseinsvorsorge mussten wir professionell, konsequent und verantwortungsbewusst handeln; Wasser ist mobil im Gegensatz zu Boden. Wir konnten also nicht warten", stellte Olaf Kaspryk klar. Klar sei jedoch auch, dass ein kommunaler Betrieb Investitionen in dieser Größenordnung nicht alleine stemmen könne. Der Verursacher der PFC-Verunreinigung, die im Raum Rastatt/Baden-Baden inzwischen 747 Hektar umfasst, wird wohl nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Ursache des Umweltskandals ist mit Papierschlämmen durchsetzter Kompost, der jahrelang auf Felder ausgebracht wurde.
Das Land Baden-Württemberg ist immer noch der Meinung, dass die Kosten für die Grundwassersanierung der Stadtwerke Rastatt über eine Anhebung der Trinkwasserpreise finanziert werden können. Doch das widerspricht Olaf Kaspryks Gerechtigkeitsempfinden: „Es ist unfair, die Menschen in Rastatt mit Kosten zu belasten, für die sie nichts können und die sie nicht verursacht haben." Bereits 2017 waren die Stadtwerke Rastatt gezwungen, die Trinkwasserpreise zu erhöhen, um ein Mindestmaß an wirtschaftlicher Absicherung zu generieren. Auch in diesem Jahr steht eine weitere Preiserhöhung bevor. Geschäftsführer Olaf Kaspryk sieht nach wie vor die öffentliche Hand in der Verantwortung, die notwendige Grundwassersanierung zumindest mitzufinanzieren. „Ich werde nicht locker lassen zu versuchen, das Land in die Pflicht zu nehmen", kündigte er an.

Nächster Schritt ist ein Online-Monitoring

Zur langfristigen Sicherung der Versorgung Rastatts mit sauberem Trinkwasser gehören noch weitere wichtige Bausteine: Die Stadtwerke Rastatt haben ein Grundwassermodell erstellen lassen, um zu wissen, wie die Gewässer im Untergrund fließen. „Mit einem umfangreichen und ausgefeilten Messsystem beobachten wir die Bewegungen der PFC-Fahne. So können wir frühzeitig erkennen, ob sie unsere Wasserfassungen tangieren wird. Derzeit bewegt sie sich langsam in Richtung des Hauptwasserwerks Ottersdorf", informierte Olaf Kaspryk. Dort startet das Unternehmen im Herbst als erster deutscher Wasserversorger mit einer weiteren Innovation: der Bestimmung der Wassergüte in Echtzeit via Online-Messung.

Stadtwerke Rastatt Geschäftsführer Olaf Kaspryk, Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch und Ortsvorsteher Bertold Föry (v. l.) freuen sich: Das Wasserwerk Rauental ist mit seiner hochwirksamen PFC-Filteranlage in eine neue Liga aufgestiegen.

AKTUELLES 

08.06.2018

Wasserwerk Rauental: Aufstieg in eine neue Liga

Feierliche Inbetriebnahme nach Modernisierung – effiziente PFC-Filtertechnik – wieder volle Redundanz der Trinkwasserversorgung

Näher geht nicht
Stadtwerke Rastatt

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