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Hightech im Denkmal

Das historische Gebäude des Wasserwerks Rauental birgt jetzt Technik, die eine Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser sichert: spezielle Filter gegen perfluorierte Chemikalien.

Die Edelstahlfilter werden per Kran an ihren Platz gehoben
Mit Fingerspitzengefühl manövrierte der Kranführer die Edelstahlfilter über das alte Gebäude hinweg an ihren Platz in der neuen Filterhalle.
Die neue Filterhalter des Wasserwerk Rauental
Die neue Filterhalter des Wasserwerk Rauental.
Das historische Gebäude von außen
Zerlegt in zwei Teile wurde die Riesleranlage in das historische Gebäude gehoben. Drinnen wurden Sie zusammengefügt.

Aus Edelstahl gefertigt, aufgebockt auf Stelzen und jeweils zwei Stockwerke hoch: Mit diesen Fakten warten vier neue Filter auf, die im Sommer im Wasserwerk Rauental Einzug gehalten haben. Sie sind das neue Herzstück der dortigen Trinkwasseraufbereitung: In ihnen werden in Zukunft mithilfe von Aktivkohle die Stoffe entfernt, die im Raum Rastatt/Baden-Baden stellenweise das Grundwasser verunreinigt haben: poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC). „Mit dem Umbau des Wasserwerks Rauental und dem Einbau der Aktivkohlefilter sind wir einen entscheidenden Schritt im Kampf für sauberes Trinkwasser weiter“, sagt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt. Denn auch in den Wasserfassungen für das Rauentaler Werk gibt es seit Jahren Spuren dieser Chemikalien. Seit die Verunreinigung vor fünf Jahren entdeckt wurde, setzen die Stadtwerke Rastatt alles daran, eine einwandfreie Trinkwasserversorgung für Rastatts Bevölkerung zu sichern. Dazu haben sie ein ganzes Bündel an Maßnahmen angestoßen, das konsequent Stück für Stück umgesetzt wird. Eine dieser Maßnahmen ist der Umbau des Wasserwerks Rauental. Gemeinsam mit dem Technologiezentrum Wasser (TZW) haben sie die Ausstattung des Wasserwerks mit dieser Technik entwickelt und umgesetzt. Die Aktivkohlefilter sind in einem Anbau untergebracht, der mit dem denkmalgeschützten Wasserwerksgebäude ein Ensemble bildet. Das Flachdach des neuen Wasserspeichers kann zusätzlich begrünt werden, um sich noch harmonischer ins Landschaftsbild zu fügen. Damit die Aktivkohlefilter in Zukunft ihre Arbeit tun können, werden auch andere Aggregate der Wasserwerktechnik umgebaut (mehr dazu im Interview mit Wassermeister Tobias Meisch). Außerdem wird der Reinwasserbehälter erweitert und die Speicherkapazität des Wasserwerks fast verdoppelt auf insgesamt 1,1 Millionen Liter.

„Wir schaffen in Rauental ein zukunftsweisendes Wasserwerk, das anderen weit über die Region hinaus ein Beispiel sein wird – an Innovation und Sicherheit.“ Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt

Tobias Meisch

3 Fragen an Tobias Meisch

Der Wassermeister ist stellvertretender Projektleiter für den Umbau des Rauentaler Wasserwerks.

Herr Meisch, wie funktioniert die Förderung in Rauental in Zukunft? 

Das Rohwasser wird aus dem Brunnenfeld zunächst durch die Aktivkohlefilter im Anbau geleitet, wo PFC entfernt werden. Danach erhöhen wir in der Aufhärtungsanlage den Härtegrad. Das geförderte Wasser ist so weich, dass es sonst Rohrsysteme und Hausinstallationen angreifen würde. Dann geht's weiter in die Riesleranlage, wo überschüssige Kohlensäure gelöst wird. Anschließend pumpen wir das Trinkwasser in riesige Kammern und geben es nach und nach ins Leitungsnetz ab.

Wie können die PFC überhaupt entfernt werden?

Wir haben im Vorfeld verschiedene Verfahren zur Entfernung von PFC erprobt. Am besten geeignet für Rastatt ist die Aktivkohle. Durch ihre schwammartige poröse Struktur ergibt sich eine riesige Oberfläche, an der sich Partikel anheften. Der Rohstoff für die Aktivkohle ist übrigens Steinkohle.

Was unternehmen Sie noch?

Neben der Entwicklung von neuen Verfahren setzen die Stadtwerke Rastatt ein ganzes Bündel an Maßnahmen um. Aktuell erproben wir Verfahren mit Pulverkohle zur PFC-Entfernung. In Ottersdorf haben wir ein Grundwassermodell fertiggestellt, das wird regelmäßig mit aktuellen Daten abgleichen.

Da war doch was…

Bei einer Volluntersuchung entdeckten die Stadtwerke Rastatt vor fünf Jahren die Verunreinigung mit PFC in einer Wasserfassung des Wasserwerks Rauental. Es wurde ebenso wie das Werk in Niederbühl vorsorglich vom Netz genommen. Das Trinkwasser für Rastatt kommt aktuell ausschließlich aus dem Hauptwasserwerk Ottersdorf. Das Wasserwerk Rauental kann nach seinem Umbau – ab 2018 – bei Bedarf wieder unterstützen.

Näher geht nicht
Stadtwerke Rastatt

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