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Aktivkohle für sauberes Trinkwasser

Endspurt beim Umbau des Wasserwerks Rauental der Stadtwerke Rastatt: Fast 20 Kubikmeter Aktivkohle – das entspricht circa 2.000 Zehn-Liter-Eimern – sind am Mittwoch (07. Februar) in die vier neuen Filteranlagen eingefüllt worden. Ihre Aufgabe ist es, von nun an perfluorierte Chemikalien (PFC) aus dem Rastatter Brunnenwasser zu entfernen, das seit über fünf Jahren Grundwasser und Böden der Region belastet. Tobias Meisch, stellvertretender Projektleiter und Wassermeister der Stadtwerke Rastatt für den Umbau des Wasserwerks Rauental, informiert: „Wie geplant starten wir ab sofort mit dem Probebetrieb. Damit stellen wir sicher, dass bis zur geplanten offiziellen Inbetriebnahme Anfang Juni auch wirklich alles reibungslos funktioniert. Das Ganze ist technisch recht komplex.“ Ergänzend fügt er hinzu: „Für die Handhabung der PFC-Filter ist spezielles Know-how gefragt.“ Insgesamt sechs Mann kümmern sich um die Wasserwerke der Stadtwerke Rastatt; neben Rauental gehört auch die technische Betriebsführung des Wasserwerk Förch, im Auftrag des Wasserversorgungsverbandes Vorderes Murgtal, dazu.“ Künftig werden in der Rauentaler Anlage im 24-Stunden-Betrieb pro Filter circa 1,5 Millionen Liter Trinkwasser aufbereitet und von PFC-Verunreinigungen befreit. In den Umbau des Wasserwerks haben die Stadtwerke Rastatt als verantwortlicher Wasserversorger für die Stadt Rastatt bis dato über 3,7 Millionen Euro investiert.

Mitarbeiter bei der Prüfung eines Aktivkohlefilters

Einfaches Prinzip – große Wirkung

Bei Aktivkohle handelt es sich um einen feinkörnigen Kohlenstoff; dieser ist in hohem Maß porös und verfügt deshalb über eine sehr große Oberfläche. Das schwarze Pulver ist daher aufnahmefähig wie ein Schwamm. „Die größte Stärke von Aktivkohle besteht in der sogenannten Adsorption“, erklärt Tobias Meisch. „Das heißt, die Kohlenstoffpartikel können Stoffe wie beispielsweise PFC an sich binden.“ Nach etwa sechs Monaten Betriebszeit muss die Aktivkohle im Wasserwerk Rauental ausgetauscht werden; so lange dauert es, bis die Filterwirkung nachlässt. „Aktivkohle kann man mehrmals regenerieren; sie ist thermisch reaktivierbar“, weiß Tobias Meisch. „Angelagerte Stoffe werden bei diesem Prozess verbrannt. Mitverbrannte Kohle wird bei Bedarf durch Frischkohle ergänzt.“ Nach vorsichtigen Schätzungen liegen die Betriebskosten der neuen Anlage bei rund 250.000 Euro jährlich.

Sanierungsaufgabe

Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt, ist froh, dass mit der bevorstehenden Inbetriebnahme des neuen Rauentaler Wasserwerks ein weiterer großer Schritt für eine langfristig sichere Trinkwasserversorgung in Rastatt getan ist: „Endlich ist die volle Redundanz der Wasserversorgung der Stadt wieder hergestellt.“ Neben der Versorgungssicherheit auf hohem Niveau übernehmen die Stadtwerke Rastatt mit dem umgebauten und durch Aktivkohlefilter erweiterten Wasserwerk auch die Sanierung des Grundwassers. Nach dem Verständnis von Olaf Kaspryk wäre die Sanierung eines solchen großen Grundwasserkörpers eigentlich die Aufgabe des Landes: „Bis jedoch politische und juristische Konsequenzen aus dem Umweltskandal gezogen sind, können wir als Wasserversorger nicht warten. Es geht um das Lebensmittel Nummer eins. Da ist schnelles Handeln gefragt. Ich bin im Auftrag der Stadt für eine Versorgung mit ausreichend gesundem Trinkwasser der Bürgerinnen und Bürger Rastatts verantwortlich. Und dieser Aufgabe werde ich gerecht.“ Seit Entdecken des Umweltskandals ist bereits ein ganzes Bündel an Maßnahmen umgesetzt worden, um die Wasserversorgung zu sichern.

Näher geht nicht
Stadtwerke Rastatt

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